
- Sehend machen
Projekte in Tansania und in Kenia
Lesen Sie hier über unsere unterstützte Projekte in Tansania und in Kenia.
Vortrag gehalten am 24. Symposium, St. Josef-Stiftung in Bremgarten
Lesen Sie hier den Vortrag «Die Sehnsucht nach der absoluten Kommunikation», gehalten am 12. Januar 2012 am 24. Symposium in der St. Josef-Stiftung in Bremgarten.
Synesius in den Slums von Afrika

- Kibera Slum/ Nairobi, der weltweit grösste Slum (750'000 Bewohner)
«30% der Lebensmittel landen im Müll», so lautete eine Überschrift vom 13.11.2011 im Tages-Anzeiger. Frau und Herr Schweizer entsorgen im Jahr durchschnittlich 100 Kilogramm zum Teil tadellose Esswaren, und andernorts gibt es Menschen, die lebenslang zu 100% im und vom Müll leben, in einem der zahllosen Slums, zum Beispiel in Nairobi.
Vier Mitglieder des Vereins Projekt Synesius verbrachten ein paar Tage in den Slums von Nairobi. Röbi Peterhans, seit 42 Jahren in Tansania, auf dem Rückweg von einem Heimaturlaub nach Musoma am Viktoriasee, sein Bruder Isidor Peterhans, mit 35 in Ostafrika verbrachten Jahren auch kein Greenhorn mehr, kam extra aus Rom hergereist, Alex Weigel aus Dübendorf, der fast ganzjährig im Kibera-Slum wohnt und jeweils nur einen Monat zum Fundraising in der Schweiz weilt, sowie der Schreibende. Dies nach einem kurzen Abstecher nach Sanya Juu in Tansania, wo unser ursprüngliches Betätigungsfeld liegt, nämlich die Augen- und Zahnkliniken Emmaus. In der Zahnklinik konnten wir bereits unser zweites vollausgerüstete Behandlungszimmer eröffnen. Alles sauber und freundlich eingerichtet, wie bei uns in der Schweiz. Welcher Wechsel des Szenarios danach in den Slums von Nairobi! Dort Ruhe und Wohlgeruch von exotischen Pflanzen und Bäumen mit Sicht auf den frisch eingeschneiten Kilimandscharo, hier Hektik, Lärm bis tief in die Nacht und Gerüche, die nicht einer Haute Cuisine zu entstammen scheinen, aber auch viel Lachen und strahlende Kinderaugen, trotz allem.
Es liegt dem Schreibenden fern, hier in schwarz-weissen Klischees zu schwelgen und damit Armut und Perspektivenlosigkeit zu romantisieren. Wo Kinder leben, besteht immer noch eine Möglichkeit zur Hoffnung, und Ungleichheit begegnet man am besten durch Vermittlung von Bildung.
So unterstützt der Verein Projekt Synesius sowohl eine Schule mit über 300 Kindern im Mathare-Slum, unterhält in St. Bridget eine gerade erst erstellte Zahnklinik, der später auch eine Augenklinik angefügt werden soll, und stellt seine medizinischen Ressourcen, inklusive Ambulanz, auch im weltweit grössten Slum Kibera zur Verfügung, wo Eindrücke herrschen, die an die Grenzen des Ertragbaren gehen. Was aber haben wir dort zu suchen, was wir zu Hause, wenn auch nur ansatzweise, gefunden zu haben glauben? Ein Satz von Klaus Merz in seinem Roman «Jakob schläft» geistert einem durch den Kopf: «Am schwersten taten wir uns in Zeiten relativer Schmerzlosigkeit. Wir hielten die Latenz neuer Wunden nicht aus, wandten uns sofort fremdem Leiden zu, das wir jedoch noch weit schlechter ertrugen als die eigenen Bresten». Wenn wir relative Schmerzlosigkeit mit relativem Wohlstand und optimaler medizinischer Versorgung bei uns gleichsetzen, so wird einem der Abgrund zwischen hier und dort erst recht bewusst. «Bin ich der Hüter meines Bruders (meiner Schwester)?» fragt Kain, nachdem er seinen Bruder Abel aus Missgunst erschlagen hat. Eine Antwort erübrigt sich, wobei man getrost einen Bruder ermorden darf, wenn er sich denn Armut, Unwissen oder Krankheit nennt. Solche Tyrannei auszurotten scheint legitim, auch ohne medizinische oder behördliche Rezeptur, ihr den Garaus zu machen quasi ein Imperativ.
Wir haben eine halbe Nacht in einer Geburtsklinik im Kibera-Slum verbracht. Beim Wort «Geburtsklinik» denkt man an saubere, helle Räume. In jenen kleinen, fast lichtlosen und fleckigen Verliessen mögen keine Könige geboren werden, aber HoffnungsträgerInnen. Das frisch geschlüpfte Knäblein wird den Namen eines Teilnehmers tragen. Der nächste Säugling aber wird Synesius – oder wenn es ein Mädchen ist - Synesia gerufen werden. Durch Ihren Beitrag, sei er moralischer Art oder sogar durch einen Einsatz vor Ort – auch finanzielle Unterstützung ist willkommen – können Sie dazu beitragen, ein wenig Ungerechtigkeit zu korrigieren.
Alex Weigel organisiert vom 11.-25. Februar 2012 eine Projektreise nach Kenia, genaue Beschreibung und Anmeldung unter www.projekt-synesius.ch, Link «Aktuell», Info und Anmeldeformular auch abrufbar bei Stephan Gottet, Zugerstrasse 9 in 5620 Bremgarten, Fax: 056 511 11 60 oder E-Mail: gottet@swissonline.ch
St.G.
Projektreise Kenia – GOOD HEARTS Organisation
Hier finden Sie das Anmeldeformular für die Projektreise Kenia vom 11. – 25. Februar 2012 von GOOD HEARTS Organisation.
Die HIV/AIDS-Patienten | The HIV/AIDS-Patients

Die Statistik, die während des mobilen Programms erstellt wurde, zeigt, dass die meisten allein erziehenden Mütter, die in Mabatini-Mathare Nr. 10 an HIV/AIDS leiden, nicht in der Lage sind, sich selbst zu versorgen mit den Grundbedürfnissen und medizinischer Betreuung. Deswegen müssen wir die meisten von ihnen mit Lebensmitteln, medizinischer Beratung und sogar Gebeten unterstützen. Sie können keine schweren Aufgaben erfüllen, insbesondere diejenigen, die zu sehr gestresst sind. Einige erleiden schliesslich einen Schlaganfall (gelähmt auf einer Körperseite). Wie Sie auf den Bildern sehen: Milka Aoko hat 2005 ihren Mann verloren, die letzten sechs Jahre hat sie mit ihrer Krankheit gerungen. Sie hat drei Kinder, es ist für sie schwierig ihre täglichen Pflichten zu erfüllen, sie hat nur eine Schwester, die ihr geholfen hat die tägliche Arbeit zu erledigen. Wir sind froh, dass unsere Krankenschwestern sie oft besucht haben, um Dienstleistungen wie Reinigung anzubieten, da sie nicht einmal selbst auf die Toilette gehen kann. Sie kann nur selbst zu Bett gehen, also machen die Schwestern sie sauber und bieten medizinische Hilfe an. Vielen Dank dem Projekt Synesius für Ihre medizinische Unterstützung. Wir wollen auch eine ihrer Töchter namens Lorine A. unterstützen, welche die St. Michael Schule besucht um im nächsten Jahr mit ihrer High-School-Ausbildung fortzufahren.
Berichtet von Godfrey.
According to the statistics-made during the out-reach-programme, it shows that, most of the single mothers suffering from HIV/AIDS within mabatini-mathare no. ten – can not be able to sustain themselves with the basic needs and medical-care. That is why we have to provide most of them with food, medicalcare couceling and even prayers. They cant perform heavy duties, especially those ones too much stressed. Some end-up suffering from stroke (being paralysed one side of their bodies). Just as you can see the pictures above, Milka Aoko – lost her husband by the 2005 – she has been strugling with her disease for the last six years. She has three children, it is difficult for her to carry out her daily duties, she has got the only sister that has been helping her to carry out the daily work. We are happy that, our nurses have been oftenly visiting her, to offer services like cleaning her, as she can not even go to the toilet by herself. She do just help herself on the bed. So they do clean her and provide medical care. Thank you very much project-synesius for your medical-support. We also wish to support one of her daughter called-Lorine A. Who school at St. Michael to continue with her high-school-education next year.
Reported by Godfrey.
Warum Kurzsichtigkeit auch ihre Vorteile haben kann

Vor höchst motivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, genau paritätisch verteilt, durfte der Präsident das Vereinsjahr Revue passieren lassen.
Erfolgszahlen?, monierte er. Unsere Erfolgszahlen beruhen auf dem Ungleichgewicht zwischen Benachteiligten und uns. Also darf man nicht von statistischen Erfolgen sprechen, etwas, was selbstverständlich ist, zur eigenen Habenseite schlagen. Entwicklungszusammenarbeit ist Geben und Nehmen. Eine Win-win-Situation, die beiden beteiligten Parteien einen Nutzen bringt. Projekt Synesius versteht sich als Vermittler zwischen Benachteiligten, sei es hier oder in der Ferne. Der Theologe würde vielleicht von Nächstenliebe und Fernstenliebe sprechen, wie wenn beide nicht eins und untrennbar wären, sein sollten.
Jeder Unternehmer, Politiker oder irgendein Vorstand, der einigermassen bei Sinnen ist, hat Visionen. Kurz-, mittel- und langfristig wird geplant. Man könnte sie auch Demographen nennen, die die richtige Entwicklung der Bevölkerung vorauszusagen im Stande sind. Vielmals nur ein kleiner Schritt zur Demagogie.
Und wir? Wir planen „nur“ kurz- und ausnahmsweise mittelfristig, wir möchten noch gerade stehen für das, was wir anrichten. Denn was nützt es einem Kind, wenn es durch Planung in 20 Jahren gerettet werden könnte, aber hier und gerade jetzt elend zugrunde geht (den tatsächlich gesprochenen Satz „aber hic et nunc verreckt“, wurde vom sensiblen Lektor gestrichen)?
Strukturänderungen bewirken nicht wir, sondern die Kinder, die künftigen Erwachsenen, die wir durch Schulbildung und mit medizinischer Assistenz begleiten möchten. In x Jahren sollten wir überflüssig sein, oder, was wir jetzt schon anstreben, Partner auf Augenhöhe.
Als Beispiel unter vielen schilderte der überaus glaubwürdige und engagierte Co-Referent Alex Weigel, der selber fast ganzjährig mitten in den Slums von Nairobi wohnt, folgende Begebenheit: Vor knapp drei Wochen musste eine junge Mutter ihre drei kleinen Kinder zu Hause lassen um abends ihrem Broterwerb, dem Verkauf von selbstgerösteten Erdnüsschen an betrunkene Männer, nachzugehen. Damit die Kinder sich nicht zu fürchten bräuchten, zündete sie vorsorglich eine Kerze an. Das Schicksal liess sich nicht bitten. Die Ärztin konnte notfallmässig die Verbrennungen der Kinder lindern. Keine Ambulanz. Das Taxi liess auf sich warten. Alle drei starben darin. Am Wochenende ist also im grössten Slum der Welt kein Rettungsfahrzeug vorhanden. Synesius stellt jetzt eine bestens ausgerüstete Ambulanz zur Verfügung. Kurzfristig planen, kurzfristig handeln ist nicht Kurzsichtigkeit, ist eine weite Sicht. Langzeitplanung, wie fatalistisch und unbestimmt sie sich kleidet, kann ohne Zweifel Gutes bewirken, aber leben Sie als Leserin, als Leser, und die Kinder dann noch?
Zum Nachdenken anregende Bilder, auch von der einzigen in einem Slum erstellten Zahnklinik. Dank Synesius, den Vereinsmitgliedern und Sponsoren. Bremgarten bewirkt etwas.
Briefwechsel
Lesen Sie hier den Briefwechsel zwischen einer 5. Klasse in Bremgarten und der St. Michael Schule.
Projekt Synesius und die Hungerkatastrophe am Cap Horn und im Norden von Kenia

- V.l.n.r.: Alex Weigel (G.H.O.), Grace Mwikali (Krankenschwester Senye-Clinic), Frater Emmanuel Kamrata Ndatta (OFM-Cap.), Dr. Dorah Nyanja (Leitende Ärztin Senye-Clinic)
Voraussehbar war diese Hungersnot, und trotzdem brauchen wir immer wieder die Schreckensbilder ihrer Auswirkungen. Untergewichtige Kinder mit übergrossen Augen an leeren Brüsten verhungernder Mütter. Staunende Augen – anklagend sind sie nicht, obwohl Grund genug dazu wäre. Was kann aber der Verein «Projekt Synesius», ursprünglich für die Vermeidung von Augenleiden gegründet, zur Milderung dieser Horrorzustände beitragen? Heerscharen von Flüchtlingen, vor allem aus Somalia, flüchten vor Hunger und Bürgerkrieg seit mehr als 20 Jahren nach Dadaab, im Nordosten von Kenia gelegen. Eastleigh, ein halbes Slum im Osten von Nairobi, ist ihr Wunschziel. Hier haben diese Flüchtlinge vielleicht Verwandte, Stammesangehörige. Hierher flüchten sie und genau an der Peripherie dieser Slums hat Synesius seine fahrbare Klinik/Ambulanz in St. Bridget stationiert. Sie ist sowohl eine mobile Apotheke, eine Krankentransportgelegenheit, Informationsstelle zur Verhütung (Prophylaxe) von Krankheiten wie Malaria, HIV-Infektionen und dient auch der Mütter/Säuglingsberatung. In Kibera, dem grössten Slum Nairobis und anscheinend der ganzen Welt, hausen 750‘000 Menschen. An Wochenenden steht diesem – doppelt so gross wie Zürich – Elendsquartier kein einziges Ambulanzfahrzeug zur Verfügung! Während diesen zwei Tagen kommt unsere Ambulanz, versehen mit dem Signet unseres Vereins Projekt Synesius, dort zum Einsatz. Bremgarten und Synesius können also sehr gezielt ein paar Tröpfchen auf einen heissen Stein träufeln, den andere aus Angst sich die Finger zu verbrennen, tunlichst meiden. Der Vorstand möchte alle Interessierten und natürlich alle Mitglieder zur 7. GV des Vereins einladen. Eine Powerpointpräsentation wird „zum Nachdenken anregende“ Bilder zeigen. Alex Weigel, ein Helfer, der fast das ganze Jahr in Kibera weilt, wird sie zusammen mit Stephan Gottet zu kommentieren wissen.
Zeit und Ort: Donnerstag, 22. September 2011 ab 19.00 Uhr, im JoJo der St. Josef-Stiftung in Bremgarten
Weitere Artikel finden Sie im Archiv.